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Am Geburtsort des Vaters der Sozialen Marktwirtschaft

Ludwig Erhard Zentrum in Fürth
Datum:
Veröffentlicht: 27.7.23
Von:
Klaus-Stefan Krieger

Vom 20. bis 22. Oktober Landestreffen zum 100jährigen Jubiläum des KKV Fürth

Vor 100 Jahren wurde der KKV Mercator Fürth gegründet. Daher veranstaltet der KKV Bayern sein 55. Landestreffen zusammen mit dem Jubiläum vom 20. bis 22. Oktober 2023 in der Kleeblattstadt. Wie schon bei vorhergehenden Veranstaltungen gilt es, darüber nachzudenken, welchen Beitrag die Soziale Marktwirtschaft zur aktuellen Krisenbewältigung leisten kann. Referieren wird Prof. Dr. Sarah Necker, Direktorin das Ludwig Erhard ifo Forschungszentrum für Soziale Marktwirtschaft und Institutionenökonomik.

Vor 100 Jahren wurde der KKV Mercator Fürth gegründet. 1923. Für Deutschland war es ein absolutes Krisenjahr. Im Januar besetzten Frankreich und Belgien das Ruhrgebiet; dessen Bewohner reagierten mit zivilem Widerstand und Sabotage. Ab dem Sommer trieb die Hyperinflation die Preise in astronomische Höhen, am Ende verfiel das Geld im Minutentakt. Im November griffen Hitler und die Nazis mit ihrem Putschversuch in München erstmals nach der Macht. Unterschwellig wirken die Traumata noch heute nach und beeinflussen die Wahrnehmung aktueller Problemlagen.

Denn auch 2023 befinden wir uns im Krisenmodus: Ukraine-Krieg, Energiekrise, Inflation, Klimawandel sind die Stichworte. Um die Herausforderungen zu bewältigen, ist ein klares Wertefundament und ein fester Ordnungsrahmen unerlässlich. Zu den Aufgaben des KKV gehört, sich für die Soziale Marktwirtschaft einzusetzen. Welcher Ort wäre geeigneter, sich dieser Leitidee zu vergewissern, als Fürth, die Geburtsstadt Ludwig Erhards?

Daher veranstaltet der KKV Bayern sein 55. Landestreffen zusammen mit dem Jubiläum des KKV Mercator Fürth vom 20. bis 22. Oktober 2023 in der Kleeblattstadt. Wie schon bei vorhergehenden Veranstaltungen (siehe den Bericht über das diesjährige Hirschberg-Forum) gilt es, darüber nachzudenken, welchen Beitrag die Soziale Marktwirtschaft zur aktuellen Krisenbewältigung leisten kann.

Krisenbewältigung und Steuerfinanzierung

Als Referentin konnte der KKV Bayern Prof. Dr. Sarah Necker gewinnen. Sie ist seit September 2022 Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg. Gleichzeitig leitet sie als Direktorin das Ludwig Erhard ifo Forschungszentrum für Soziale Marktwirtschaft und Institutionenökonomik in Fürth.

Sie spricht am Freitag, 20. Oktober, um 16 Uhr zum Thema „Wir sind der Staat – Wie Märkte funktionieren und wer (wirklich) Steuern zahlt“. In ihrem Vortrag, geht Necker darauf ein, dass der Staat eine zentrale Rolle in der Krisenbewältigung spielt. Mit Maßnahmen wie dem Tankrabatt, der Mehrwertsteuersenkung oder Energiepauschalen versucht er, die Menschen von den Bürden der Krisen zu entlasten. Um die Maßnahmen zu finanzieren, sind früher oder später Steuererhöhungen notwendig. Der Staat kann zwar festlegen, wen er gerne be- oder entlasten würde, aber er kann nicht kontrollieren, wer wirklich den Nutzen oder die Kosten hat. Der Vortrag diskutiert, wie Unternehmen und Konsumenten auf staatliche Eingriffe reagieren, unter welchen Umständen die Bürger wirklich von den Entlastungsmaßnahmen profitieren und wer die Steuern, die zur Finanzierung erhoben werden, schlussendlich trägt.

Am Samstag, 21. Oktober, um 14.30 Uhr steht dann ein Besuch des Ludwig Erhard Zentrums auf dem Programm. Die Teilnehmer des Landestreffens erhalten eine Führung durch die Ausstellung und das Geburtshaus Ludwig Erhards.

Dank für das Jubiläum

Abends ab 18 Uhr wird dann das Jubiläum der Ortsgemeinschaft gebührend gefeiert. Msgr. Prof. Dr. Peter Schallenberg, der Geistliche Beirat des KKV Bundesverbandes, hält die Festrede. Er ist Leiter des Katholisch-Sozialwissenschaftlichen Zentralinstituts mit Sitz in Mönchengladbach und Lehrstuhlinhaber für Moraltheologie und Ethik an der Theologischen Fakultät Paderborn.

Den Dank für ein Jahrhundert segensreichen Wirkens und die Bitte um dessen Fortführung auch in der Zukunft bringt ein Festgottesdienst am Sonntag, 22. Oktober, um 10.30 Uhr in der Kirche St. Christopherus zum Ausdruck. Als Hauptzelebrant und Prediger kommt der stellvertretende Diözesanadministrator und frühere Generalvikar Prälat Georg Kestel, der den KKV auch schon bei früheren Landestreffen im Erzbistum Bamberg begleitet hat.

Am Beginn des Landestreffens steht ein Empfang bei der Stadt Fürth. 3. Bürgermeister Dietmar Helm wird am Freitag um 14 Uhr die Mitglieder der Ortsgemeinschaft und Repräsentanten des Landesverbandes im Rathaus begrüßen.

Erstmals Angebot mit 2 Übernachtungen

Da also bereits am Freitag wichtige Programmpunkte stattfinden, bietet der KKV Bayern das Landestreffen die Teilnahme diesmal mit zwei Übernachtungen an. Daher beträgt die Teilnahmegebühr für KKV-Mitglieder pro Person 190 €, für Nichtmitglieder pro Person 210 €. Im Einzelzimmer wird ein Zuschlag von 25 € pro Person und Nacht fällig.

Selbstverständlich wird auch eine Teilnahme ohne Übernachtungen angeboten. Die Teilnahmegebühr beträgt dann 90 bzw. 100 €. Es ist auch möglich, nur den Besuch im Ludwig Erhard Zentrum zu buchen. Er kostet pro Person 10 €. Eine vorherige Anmeldung ist zwingend erforderlich, da die Größe der Besuchergruppen aufgrund der Enge im Geburtshaus begrenzt ist. Der Vortrag von Prof. Sarah Necker ist öffentlich.

Alle Anmeldungen sind zu richten an die Geschäftsstelle des KKV Bayern, Rankestr. 18, 90461 Nürnberg, Telefon 0911 / 49 72 01, Telefax 0911 / 49 73 11, E-Mail landesverband@kkv-bayern.de. Anmeldeschluss ist 5. September.