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„Der gebaute Wille der Bürger“

Josef Weber
Datum:
Veröffentlicht: 5.4.23
Von:
Klaus-Stefan Krieger

Leiter des Baureferats sprach beim KKV Erlangen über Stadtentwicklung

„Die Stadt ist ein Ausdruck der Gesellschaft, die in der Stadt lebt.“ Unter diesem Grundsatz referierte berufsmäßiger Stadtrat Josef Weber beim KKV Erlangen über Stadtentwicklung.

Von daher gebe es keine ideale Stadt. Vielmehr spiegelten sich in ihr die Kultur, die Werte und die Identität der Bürger: „Die Stadt ist der gebaute Wille der Bürger.“

Die Infrastruktur bezeichnete der Referent als entscheidend: An Wegen entstehen Gebäude. Weil es effizient ist, bestimmen Straßen, Bahn- und Buslinien die Stadtentwicklung.

Als Problem Erlangens nannte dessen Referatsleiter für Planen und Bauen, dass die Autobahn die Stadt zerteilt. Er zeigte Pläne, den Verkehrsweg mit einem Deckel einzuhausen. Auf diesem „Dach“ könnten Park, Spielplätze und Radweg entstehen. Das Beispiel Hamburg belege: „Infrastruktur, die trennt, kann geheilt werden.“

Als überholt bezeichnete Weber das Konzept, Stadtteile nach Funktion – Wohnen, Arbeiten, Einkaufen – abzusondern, und plädierte für Mischquartiere. Wichtig nannte er, Fußgängerströme ernst zu nehmen.

Die Diskussion zeigte, dass konkrete Umsetzungen freilich stets umstritten sind. Der Idee, den Großparkplatz am Erlanger Bahnhof durch ein neues Quartier mit Wohnungen im Inneren und Bürogebäuden am Rand zu ersetzen, stellten Teilnehmer etliche Einwände und Gegenvorschläge entgegen. Als nicht dem Ziel des Gemeinwohls dienend erntete die Tatsache Kritik, dass Vororte vom ÖPNV abgehängt werden.

Weber wechselt übrigens im Oktober als Vorstand zum kirchlichen Wohnungsunternehmen Joseph-Stiftung in Bamberg.