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KKV Bayern: Der Feierabend soll respektiert werden

Datum:
Veröffentlicht: 13.9.12
Von:
Klaus-Stefan Krieger

Appell zum Namenstag der heiligen Notburga

„Der Feierabend soll Freizeit bleiben.“ Am Namenstag der heiligen Notburga, der Patronin des Feierabends, appelliert Dr. Klaus-Stefan Krieger, Vorsitzender des KKV Landesverbandes Bayern der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, an Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Freizeit wirklich als von Arbeit freie Zeit zu respektieren. Dies erfordere vom Arbeitgeber Rücksicht, vom Arbeitnehmer aber auch Selbstdisziplin. Wer jedoch den modern Work-Life-Balance genannten Wechsel von Arbeit und Muße, von Tätigkeit und Ausruhen missachte, schade der physischen und psychischen Gesundheit der Berufstätigen.

Eine Ursache sei, so Krieger weiter, zweifellos die ständige Erreichbarkeit dank der modernen elektronischen Kommunikationsmittel. Dem „Fehlzeiten-Report 2012“ des Wissenschaftlichen Instituts der Allgemeinen Ortskrankenkassen AOK zufolge erhält mehr als jeder dritte Erwerbstätige häufig dienstliche Anrufe oder E-Mails außerhalb der Arbeitszeit. Fast jeder achte Beschäftigte gibt an, dass er Probleme mit der Vereinbarkeit von Arbeit und Freizeit hat. Ebenso viele Arbeitnehmer sagen, dass sie wegen beruflicher Verpflichtungen Pläne für private Aktivitäten ändern. Die Studie sieht darin eine Ursache für die Zunahme psychischer Erkrankungen um 120 Prozent seit 1994. Wer über mangelnde Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben klage, leide im Vergleich zum Durchschnitt der Arbeitnehmer doppelt so häufig unter Beschwerden wie Erschöpfung, Kopfschmerzen oder Niedergeschlagenheit. Zudem fehlen psychisch Erkrankte am Arbeitsplatz im Durchschnitt doppelt so lange (nämlich 22 statt elf Tagen) wie Arbeitnehmer, die wegen anderer Beschwerden krank gemeldet sind. „Dies ist eine bedenkliche Entwicklung“, sagt Krieger, „der nur durch eine konsequentere Trennung von dienstlich und privat zu begegnen ist.“ Der KKV hat daher bundesweit eine Kampagne gestartet: „Jeder hat das Recht auf Unerreichbarkeit“. Mehr Infos dazu auf www.kkv-bund.de.

Notburga war eine Magd, die von 1265 bis 1313 im damals zu Bayern gehörenden Tirol lebte. Sie bestand darauf, beim ersten Glockengeläut am Abend die Arbeit niederzulegen, um zu beten. Als ein Bauer dies einmal verweigerte, warf sie der Legende nach ihre Sichel in die Luft und diese blieb an einem Sonnenstrahl hängen. Daher wird sie in der katholischen Kirche auch als Patronin des Feierabends verehrt. Ihr Namenstag ist am 13. September.