Zum Inhalt springen

KKV Bayern: Neue Arbeitskultur ist Bedingung für längere Lebensarbeitszeit

Datum:
Veröffentlicht: 10.1.12
Von:
Dr. Klaus-Stefan Krieger

Wie kann das Arbeitsleben so gestaltet werden, dass wir überhaupt bis 67 arbeiten können?

„Die Diskussion um das Renteneintrittsalter ist wichtig, aber sie muss mit den richtigen Fragestellungen geführt werden. Eine entscheidende Frage ist: Wie kann das Arbeitsleben so gestaltet werden, dass wir überhaupt bis 67 arbeiten können?“, sagt Dr. Klaus-Stefan Krieger. Der Vorsitzende des KKV Landesverbandes Bayern der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung hält die Rente mit 67 zum jetzigen Zeitpunkt für eine faktische Rentenkürzung. „Tatsache ist – wie die Bundesregierung im Juni 2010 auf eine Anfrage von Abgeordneten mitgeteilt hat – dass von den 64-Jährigen gerade einmal zehn Prozent einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen.“

Als Ursache sieht Krieger nicht nur die Bevorzugung jüngerer Arbeitskräfte durch die Arbeitgeber: „Viele Arbeitsnehmer wären gesundheitlich gar nicht in der Lage, bis zu einem Alter von 67 Jahren Vollzeit zu arbeiten. Arbeitsverdichtung, psychischer Druck, Burn-out und Konkurrenzkämpfe bis hin zum Mobbing führen heute dazu, dass viele Beschäftigte lange vor diesem Alter aufgerieben sind.“

„Was wir deshalb benötigen, ist eine neue Arbeitskultur“, folgert Krieger. „Sie müsste gekennzeichnet sein etwa durch Kooperationsfähigkeit, transparente Entscheidungsfindung, Versöhnungsbereitschaft und eine Verantwortung, die über die eigene Karriere hinausgeht.“ Der KKV will in einer breiten Diskussion Regeln für eine gute Zusammenarbeit formulieren. Das – gemeinsam mit der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) betriebene – Projekt „Die neue Arbeitskultur“ bietet allen Interessierten die Möglichkeit zur Mitwirkung. Auf der Website www.neuearbeitskultur.de werden Ideen, Vorschläge und Anregungen gesammelt.