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Kirche ist gefragt in der Debatte über Armut und Ökologie

KKV Passau mit Studentenpfarrer Erndl
Datum:
Veröffentlicht: 28.5.23
Von:
Georg Steiner

Mai-Veranstaltung des KKV Passau

Mit neuen Ansätzen zwischen Wirtschaft und Ökologie beschäftigte sich der KKV Passau bei seinem Mai-Treffen. Studentenpfarrer Andreas Erndl beschäftigte sich mit Handlungsfeldern, die der Kirche insgesamt und speziell den Pfarrgemeinden im Bereich Wirtschaft und Ökologie zur Verfügung stehen. Erndl sieht zahlreiche Bereiche, in denen gerade auch die Kirche gefordert ist. Er spannt dabei den Bogen von alternativen Energien, Angeboten auf Gemeindeebene, die für die Kultur und den Zusammenhalt von Gemeinschaften wichtig sind, bis zur Infragestellung von Großereignissen. Die Auseinandersetzung mit dieser Thematik könne auch dazu beitragen, dass kirchliches Engagement wieder Glaubwürdigkeit und positiv wahrgenommenes Engagement vermittele.

Mit neuen Ansätzen zwischen Wirtschaft und Ökologie beschäftigte sich der KKV Passau bei seinem Mai-Treffen. Neben der traditionellen Maiandacht, die vom Geistlichen Beirat, Pfarrer Franz Schollerer in der Krypta von St. Nikola gefeiert wurde, stand eine Diskussion mit Studentenpfarrer Andreas Erndl zur Thematik „Wirtschaft und Ökologie“ auf dem Programm. KKV-Vorsitzender Stadtrat Georg Steiner spannte dazu den größeren Zusammenhang zum KKV-Jahresthema „Zukunft“.

Andreas Erndl beschäftigt sich im Rahmen einer Dissertation mit den Handlungsfeldern, die der Kirche insgesamt und speziell den Pfarrgemeinden im Bereich Wirtschaft und Ökologie zur Verfügung stehen. Papst Franziskus provozierte in seiner Enzyklika „Laudato si“ eine weltweite Debatte über den Zusammenhang von Armut und ökologischer Frage angesichts des diagnostizierten suizidalen Kurses der Menschheit in einer krisengeschüttelten Zeit. Andreas Erndl sieht zahlreiche Bereiche, in denen gerade auch die Kirche gefordert ist. Er spannt dabei den Bogen von alternativen Energien, Angeboten auf Gemeindeebene, die für die Kultur und den Zusammenhalt von Gemeinschaften wichtig sind, bis zur Infragestellung von Großereignissen wie des Eucharistischen Weltkongresses. Die Auseinandersetzung mit dieser Thematik könne auch dazu beitragen, dass kirchliches Engagement wieder Glaubwürdigkeit und positiv wahrgenommenes Engagement vermittele angesichts vieler Debatten über innerkirchliche Strukturprobleme und sexuellen Missbrauch.

KKV-Ortsvorsitzender Georg Steiner vertrat die Auffassung, dass neben aller Spiritualität auch das Hineinwirken der Kirche in die Gesellschaft Teil des Engagements von Katholiken sein müsse. Die Pfarrgemeinden, aber auch die Verbände könnten zu einer neuen Keimzelle werden, um die Kultur und Infrastruktur in Ortsteilen und Gemeinden neu zu beleben. Zentralistische Entwicklungen im Bereich des Handels, aber auch von Banken und vielen Dienstleistern führten dazu, dass die Atmosphäre, die Kultur und die Seele von Ortszentren verloren gingen. Zur Ökologie unserer Heimat, so Steiner, gehörten auch wohnortnahe Orte für Begegnungen, Räume für Kultur und Dienstleistungen. Bushaltestellen und Parkplätze von Supermärkten könnten das nicht leisten, was einst aktive Kirchengemeinden sowie intakte Ortskerne für den Zusammenhalt und für die Kultur und Ökologie eines Ortes beigetragen haben.

Pfarrer Erndl freute sich über den intensiven Austausch. Der KKV Passau wird diese Diskussion weiter begleiten.