Meditation von Konrad Herrmann zum Karfreitag 2020
Wenn wegen der Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Krise jetzt in den Kirchen keine Gottesdienste stattfinden, empfiehlt Geistlicher Beirat Konrad Herrmann, stattdessen die Kirche bei einem Besuch zu umrunden. Er vergleicht dies in seiner Meditation zum Karfreitag mit dem vergeblichen Besuch bei einem Bekannten. Man läute, keiner mache auch und gehe man um das Haus herum, um sicher zu sein, nicht umsonst gekommen zu sein.
Schon zur Zeit des Alten Testaments sei es in Jerusalem üblich gewesen, dass die Gläubigen das Heiligtum des Jerusalemer Tempels, das nur die Priester betreten durften, umrundeten, um Gottes Nähe zu ersprüen. Im Mittelalter habe man in großen Kirche Prozessionsumgänge geschaffen. So konnte das Volk den Altar nicht nur von weitem sehen, sondern ihm auch nahe kommen. "Wenn Sie einen Gang zur Kirche machen, dürfen Sie sich sicher sein, dass Sie nicht vom Heiligtum der Kirche, dem Altar und dem Allerheiligsten, ausgeschlossen sind, sondern mit dem Umgang um die Kirche der Nähe Gottes sicher sein dürfen", schreibt Herrmann.