Meditation zum 3. Advent 2021

Johannes der Täufer erzielte eine starke Resonanz, als er zur Umkehr aufrief. Geistlicher Beirat Konrad Herrmann zieht dazu einen Vergleich: Würde heute ein Prediger, ein Religionslehrer oder ein Professor wie Johannes im Evangelium das Publikum mit solchen Vorwürfen bedenken, würdee er nur Ablehnung einstecken. "Mit dem nahenden Strafgericht Gottes hat damals Johannes Ängste wecken können. Johannes droht seinen Zuhörern damit: Schon hält er (der Messias) die Schaufel in der Hand, um die Spreu vom Weizen zu trennen… die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen. Es sind Worte, die für die meisten unserer Christen als veraltet erscheinen und sie darum als zeitbedingt abtun."
Doch werden wir mit dieser Relativierung dem Evangelium gerecht, fragt Herrmann: "Denken wir überhaupt noch an eine Verantwortung vor Gott?" Und schließt an: "Warum fällt uns das Teilen so schwer?" Obwohl die Vermehrung des Besitzes nicht glücklich macht. "Als Christen müsste uns doch im Blick auf Jesus und vieler Vorbilder das Teilen leichtfallen." Herrmann erinnert an Franziskus von Assisi. Er forderte auf zu "teilen, bis es froh macht".