"Moderne Arbeitskultur benötigt Balance von Familie und Beruf"
KKV Bayern wendet sich gegen Bestrebungen zur Kürzung der Elternzeit
Gegen die Forderung, den Rechtsanspruch von Müttern und Vätern auf unbezahlte Freistellung von der Arbeit nach der Geburt eines Kindes (Elternzeit) wieder zu beschränken, wendet sich der KKV Landesverband Bayern der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung. Die Delegiertenversammlung beschloss am Samstag in Nürnberg die folgende Stellungnahme:
"Zu einer kooperativen Arbeitskultur gehört auch die Rücksichtnahme auf die familiären Verhältnisse der Arbeitsnehmer, insbesondere auf Kindererziehung und Versorgung pflegebedürftiger Angehöriger. Der KKV Bayern wendet sich daher gegen alle Bestrebungen, gesetzliche Regelungen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern, teilweise wieder zurückzunehmen. Der KKV Bayern lehnt eine Verkürzung der Elternzeit (von jetzt drei auf zwei Jahre oder gar nur ein Jahr) ebenso ab wie Überlegungen, in Elternzeit befindliche Eltern zur Teilzeitarbeit zu verpflichten. Politisches Ziel darf nicht die arbeitsmarktkompatible Familie sein. Im Gegenteil müssen alle Bestrebungen dahin gehen, das Arbeitsleben familienfreundlicher zu gestalten. Dies liegt auch im wohlverstandenen Eigeninteresse der Unternehmen. Denn Arbeitnehmer, bei denen eine zufriedenstellende Balance zwischen Familie und Beruf gegeben ist, sind motivierter und leistungsfähiger.
Wer – wie die Sachverständigenkommission des 8. Familienberichts der Bundesregierung – meint, dem Fachkräftemangel dadurch begegnen zu können, dass er Mütter und Väter durch eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen zur Aufnahme von Arbeit zwingt, hat Entscheidendes nicht verstanden: In der modernen Wissensgesellschaft kann qualitativ hochwertige Leistung nicht mehr durch Druck erreicht werden." Der KKV Bayern befasst sich derzeit mit dem Projekt "Die neue Arbeitskultur", in der in einer breiten Diskussion Regeln für eine der modernen Wissensgesellschaft angepasste kooperative Arbeitswelt gesucht werden.
Weitere Informationen finden sich auf www.neuearbeitskultur.de.