Sozialethiker befürchtet ungeregelten Wandel

Soziale Marktwirtschaft wird als Ordnungsrahmen für die Energiepolitik benötigt
An der Anwendung von Gewalt könne allenfalls der Schutz der Unschuldigen und Schwächeren gerecht sein. Andererseits müsse man im Hier und Jetzt „ständig mit Kain und seinen Konsorten“ rechnen. „So bitter es ist: Nur Minderung, nicht Ausrottung des Bösen ist das Gebot der diesseitigen Stunde.“ Zudem stehe man im Ukraine-Krieg vor dem Problem, wie man mit jemandem verhandeln kann, der nicht rational handelt.
Schallenberg referierte auf Schloss Hirschberg zum Thema „Was tun gegen die sozialen Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine, von Klimawandel und Inflation?“ Dabei identifizierte er Energiepolitik als das entscheidende Bewährungsfeld zur Bekämpfung von Klimawandel und Inflation gleichermaßen“. Der Direktor der Katholisch-Sozialwissenschaftlichen Zentralstelle befürchtet allerdings eine ungeregelte Transformation. Je länger der Krieg und damit eine preistreibende Energiekrise andauere, umso wahrscheinlicher komme es zu wirtschaftlichen Verwerfungen und großen sozialen Ungerechtigkeiten. Für eine geregelte Energiewende brauche es den Ordnungsrahmen der Sozialen Marktwirtschaft. Dabei dürfe die Politik die sozialen Folgen, vor allem für die Schwächsten der Gesellschaft, nicht aus den Augen verlieren. Allerdings könne es höhere Sozialleistungen und staatliche Hilfspakete nur bei erfolgreicher Wertschöpfung geben.