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Warum es zu Gott keine wirkliche Alternative gibt

Glaubensseminar 2022 Teilnehmer
Datum:
Veröffentlicht: 23.11.22
Von:
Berthold Diehl

Glaubensseminar im Franziskaner-Kloster Schwarzenberg bei Scheinfeld

Es ist immer wieder sehr spannend, mit Bruder Andreas Murk OFM Conv. über Gott und die Welt zu diskutieren und mit den Brüdern der Franziskaner-Minoriten zu beten, zu singen, Gemeinschaft zu erleben. In diesem Jahr war vom KKV BIldungswerk Bayern das Thema ausgeschrieben: “Warum gibt es zu Gott keine wirkliche Alternative?“

Es ist jedes Jahr immer wieder sehr spannend, mit Bruder Andreas Murk OFM Conv. über Gott und die Welt zu diskutieren und mit den Brüdern der Franziskaner-Minoriten zu beten, zu singen, Gemeinschaft zu erleben. In diesem Jahr war vom KKV BIldungswerk Bayern das Thema ausgeschrieben: “Warum gibt es zu Gott keine wirkliche Alternative?“

Zunächst galt es allerdings danach zu fragen, ob die Formulierung dieses Satzes denn tatsächlich stimmt. Denn längst habe doch der kirchlich sozialisierte Glaube seine Alleinstellung verloren. Ihr Heil suchten viele Menschen heute außerhalb der „klassischen Religion“. Im Gespräch zwischen dem Referenten und den Teilnehmenden wurde deutlich, dass die subjektive Glaubensüberzeugung des Einzelnen nicht automatisch für alle objektiv vorausgesetzt werden könne. Bruder Andreas: „So sehr ich davon überzeugt sein kann, dass Gott für mein Leben das Beste ist, so sehr muss ich anerkennen, dass andere Menschen sich für ein Leben ohne Gott entscheiden und dabei gut leben.“

Wo der Mensch sich für Gott entschieden habe und er diesen Glauben als alternativlos betrachte, da gelte es zu prüfen, wie sich dieser Glaube im Alltag bewähre. Hiob im Alten Testament bestand diese Prüfung, denn obgleich dem Teufel die Macht gegeben worden war, dem gottgläubigen, gerechten und frommen Mann das Vieh, den Hof, die Kinder und die Gesundheit zu nehmen, so hielt er dennoch an Gott fest, vertraute weiter auf ihn, auch wenn er ihn nicht verstehen konnte. Und so werde sich auch bei uns gerade in den Krisen offenbaren, wie tragfähig tatsächlich die Beziehung zu Gott sei. Ein Blick auf die verschiedensten Krisenfelder dieser Zeit - in Politik, Wirtschaft, Kirche, Gesellschaft, aber auch im eigenen Leben - ließ die zahlreichen Herausforderungen des Lebens lebendig werden.

In einem weiteren Schritt betrachteten die Teilnehmer, wo Menschen jenseits von Gott ihr Heil suchen, oder wo sie sich auch religiös verführen lassen und dabei in Abhängigkeiten geraten. Am Beispiel des heiligen Franziskus und seinem Gebet „Höchster, glorreicher Gott …“ zeigte Bruder Andreas auf, wie ein immer wieder neues Ringen um die Gegenwart Gottes im eigenen Leben gelingen kann - und wie sich dann tatsächlich immer wieder auch zeigen kann, dass man mit Gott „gut fährt“.

Mit dieser Zuversicht und dem gestärkten Vertrauen, dass Gott auch in Krisensituationen führt, stützt und geleitet, selbst wenn wir Menschen im Schicksal meinen, von Gott verlassen worden zu sein, verabschiedeten sich die Teilnehmer bei Bruder Andreas und den Franziskaner-Minoriten im Kloster Schwarzenberg. Es waren wieder Tage für die Seele und alle Teilnehmer konnten hier die Gelegenheit zur persönlichen Aussprache, zur Diskussion und zu vielleicht neuen Sichtweisen nutzen.