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Weltenburger Gespräche

Teilnehmer Weltenburger Gespräche-2026
Datum:
Veröffentlicht: 12.3.26
Von:
Walter Pfender

Presseinformation 2-2026 – 12. März 2026

Die Weltenburger Gespräche versammelten renommierte Referenten aus Kunst und Seelsorge v.l.n.r. KKV-Landesvorsitzender Prof. Georg Steiner, Komponist Philipp Ortmeier, Malerin Yvonne Kirchner, Kulturreferent i.R. Klemens Unger, Abt Thomas Freihardt OSB, Bischofsvikar Dr. Johann Hintermaier aus Linz, Musikerin Stephanie Schwab, Domkapellmeister i.R. Roland Büchner und Angelika Maucher, die Hauptabteilungsleiterin Seelsorge im Bistum Augsburg.

Weltenburger Gespräche verbinden Kunst und Glauben

Die Kunst hat Kirche und Glauben immer beschäftigt. Ob Musik, Bildhauerei, Malerei, Poetik, Oper, Theater und auch der Film. Die Kunst hat Glaubenshorizonte erweitert, Glauben erschlossen und auch provoziert. Kunst ist in der Lage, so der Landesvorsitzende des KKV, Prof. Georg Steiner, Glaubensgeheimnisse, göttliche Faszination und Glaubenshorizonte zu erschließen. Kunst hat aber die Gläubigen auch immer wieder herausgefordert, provoziert und verstört.

Mit diesem Themenkomplex beschäftigen sich die diesjährigen Weltenburger Gespräche des Verbandes Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV). Zusammen mit Seelsorgern, Künstlerinnen und Künstlern und Kunstvermittlern tauchte man in diese faszinierende Thematik ein. KKV-Landesvorsitzender Prof. Georg Steiner führte in das Thema ein, indem er die Frage stellte, warum gerade Künstler sich so gerne am Glauben reiben. Es sind ungelöste Fragen unserer kirchlichen Lehre und Praxis, so Steiner die die Bühne für Provokationen, aber auch kritische Reflektionen bieten. Kunst soll danach bewertet werden, ob sie Glauben nur auf billige Weise mißbraucht, um sich selbst in Szene zu setzen oder ob sie einen Beitrag zur Suche nach Gott leistet, so sein Resümee.

„Kunst im Kirchenraum zwischen Stachel und Trost“, so lautet das Thema des für Bildung, Kunst und Kultur zuständigen Bischofsvikars der Diözese Linz, Dr. Johann Hintermaier. Dabei stellte er besonders die Frage nach Sakralität in den Mittelpunkt. Baustile und die Ausstattung von Kirchen sind Ausdruck der Freuden und Sorgen der Menschen der jeweiligen Zeit. Kirchenräume sind entstanden, um Gemeinschaft auszudrücken, um Begegnungen mit dem Menschen und mit Gott zu ermöglichen. Aber wer braucht das, so Hintermaier. Man könnte leicht zur Einschätzung kommen, dass es sich hier um „Nutz-loses“ handelt. Aber gerade diese „Nutz-losigkeit“ ist es, die bei näherem Betrachten überlebensnotwendig für viele Menschen ist. Die Kirche muss heute in der Lage sein, mit der Kunst in einen konstruktiven und bereichernden Dialog zu treten. Es muss um mehr gehen als um attraktive Ausstellungsräume oder Touristenziele. Mehr denn je werden Kirchen wieder zu Orten des Asyls für Flucht aus der Zerstörung, wie Papst Franziskus feststellte. Die Kenntnis von Symbolen geht zunehmend verloren und schafft deshalb Barrieren, um Kirchenräume und deren Ausstattung noch in vollem Umfang wahrnehmen zu können. Gleichzeitig entwickeln sich neue Symbole und es geht auch heute noch um die Verteidigung des Wahren, Schönen und Guten. Kunst und Kirche müssen sich gegen die Banalitäten des Lebens aufbäumen, so Hintermaier und die tiefen Geheimnisse des Lebens und das Mysterium des Glaubens erschließen helfen. Sie sind Stachel und Trost.
Kunst braucht Respekt und soll sich über Geschichte, Architektur und Spiritualität erschließen. In dieser Bandbreite ist vieles möglich und es geht beileibe nicht um eine „liebliche Kunst“.

Kunstschaffende aus unserer Zeit trugen bei den Weltenburger Gesprächen zu eindrucksvollen Erlebnissen bei, was Musik und Malerei heute leisten können, wie Menschen bewegt und berührt werden.

Die christliche Liedermacherin Stephanie Schwab aus Würzburg setzt ihr Lieder ein, um vom Glauben zu erzählen, aber auch zum Glauben und Handeln zu inspirieren. Sie unterstützt Projekte für junge Frauen in Indien und lädt dazu mit ihren Konzerten ein.

Philipp Ortmeier aus Passau ist Komponist und ist gerade von zentralen Worten aus der Passion fasziniert, die er in Töne umsetzt. Für ihn geht es nicht nur um das Komponieren. Die Stille, der Kirchenraum sind für ihn Inspiration, die weit über kirchliche Themen hinausgeht. Der langjährige Leiter der Regensburger Domspaten, Roland Büchner, zeigt anhand von Musikbeispielen von der Gregorianik bis zum „Locus iste“ von Anton Bruckner, wie Musik wirkt, welche Harmonien, welche Gestaltungselemente eingesetzt werden können damit Texte und Glaubensinhalte die Menschen tief berühren.

Auch eine Malerin hatte man eingeladen. Yvonne Kirchner aus Oberbayern verbindet ein Maschinenbaustudium mit der Ausbildung in der Kontemplation bei Willigis Jäger sowie in der Psychotherapie. Sie hat bei Markus Lüpertz studiert und dringt mit ihrer Malerei in ganze neue Dimensionen christlicher Mystik, Philosophie, Quantenphysik sowie Bewusstseinsforschung vor, um neue Ausdrucksformen von Glaubenserlebnissen entstehen zu lassen. Ein Vortrag, der die Zuhörer den Atem anhalten ließ. Eine Künstlerin, die mit ihrer Malerei in neue Dimensionen vordringt.

Der langjährige Kulturreferent der Stadt Regensburg und Asamexperte Klemens Unger faszinierte schließlich die Teilnehmer der Weltenburger Gespräche, wie er den architektonischen, künstlerischen und ikonografischen Aufbau der berühmten Klosterkirche St. Georg erschloss. Eine eigene Dimension die zeigt, wie vieldimensional sakrale Kunst angelegt sein kann, um Glaubensfaszination einerseits und den tiefen Glauben der Barockzeit zum Ausdruck zu bringen.

Vor diesem Hintergrund brachte die Leiterin der Hauptabteilung Seelsorge im Bistum Augsburg, Angelika Maucher gerade für die heutigen Herausforderungen der Glaubensvermittlung sehr optimistische Aspekte ein, indem sie die Funktion und die Wirkung von Glauben für unsere Zeit herausarbeitete. Der Mensch braucht auch entlastende und tröstende Zugänge, die gerade seitens religiöser Rituale und Traditionen auch im 21. Jahrhundert erschlossen werden können und faszinieren. Die Kirche wird auch weiterhin versuchen, Seelsorge zu leben und zu verwirklichen. Das passiert in einer größeren Vielfalt und an unterschiedlichen Orten. Aber die Aspekte der Religion, des katholischen Glaubens, die auf Gemeinschaft, auf Glauben an Gott, Hoffnung in Liebe aufgebaut sind, werden immer wieder entdeckt werden und die Menschen faszinieren. Dazu brauche es Glaubwürdigkeit, überzeugende Menschen und Atmosphäre, zu denen gerade die Kunst in allen ihren Formen wesentlich beiträgt.

Ein Wochenende in Weltenburg, das Glauben in all seiner Faszination erlebbar werden ließ und wo auch Stolz auf den Schatz des Glaubens vermittelt werden konnte, wie es Georg Steiner abschließend ausdrückte.

Rückfragen bitte an Prof. Georg Steiner KKV-Landesvorsitzender
Georg.Steiner@gmx.net  Tel. 0152 54787630